Was bleiben darf

Lilafarbene Glockenblumen vor weiß gekachelter Hauswand

Es wird gelockert. Wir hoffen, dass es gut wird. Dass es gut bleibt. Dass wir gesund bleiben. Wir sind vorsichtig zuversichtlich. Und wissen, dass nichts von Dauer ist. Wissen wir das?

In diesem Artikel geht es übrigens ausnahmsweise nicht um Teams und Organisationen. Sie sind mitgemeint. 🙂 Auch die politische Ebene betrachte ich hier nicht. Ich hoffe, dass diesbezüglich Bilanz gezogen wird.

Vermutlich denkt ihr an vieles, was ihr in diesen besonderen Zeiten verwünscht habt und es immer noch verwünscht. Davon spreche ich heute nicht. Im Gegenteil. Mir fällt aktuell laufend etwas ein, was ich erhaltenswert finde:

Der Wunsch, gesund zu bleiben.

Heute noch habe ich gehört, wie eine Frau zu einem Ehepaar sagt: Bleiben Sie gesund. Das habe ich häufig gehört und auch gesagt. Bleiben Sie gesund ….. und munter, habe ich hinzugefügt. Manchmal sind wir nicht munter, obwohl wir gesund sind. Und ich habe bei den Wünschen wirklich das Gefühl, dass es immer ernst gemeint ist. Also:

Ernsthaftigkeit

Kontakte und Beziehungen haben an Tiefe gewonnen. Nicht immer. Aber durchaus häufig. Vielleicht weil Ebenen der persönlichen Begegnung weggefallen sind. Und dann war das Gebliebene noch wichtiger. Überhaupt gab es:

Gute Begegnungen auf Abstand

Durch die Reduzierung von Kontakten waren die Begegnungen wichtiger, die noch stattfanden. Es ist uns deutlich geworden, wie wichtig es ist, anderen Menschen nahe zu sein. Apropos:

Bewusst leben

Viele Menschen haben mit mehr Bewusstsein gelebt und tun es immer noch. Der Blick für die Blume am Wegesrand, für das Kleine wurde trainiert. Menschen merken, dass es wichtig ist, den Tag so zu gestalten, dass sie abends möglichst zufrieden sind und schlafen können.

Entspannt und aktiv sein

Sie merken, dass Entspannung und Aktivität notwendig ist. Dass es nicht reicht, Aufgaben im Homeoffice und beim Homeschooling zu erfüllen. Dass wir mehr als eine Kachel am Bildschirm sind. Dass wir einen Körper und eine Seele haben.

Natur erleben

Wir sehen den Park in unserer Nähe und den Wald mit anderen Augen. Während früher Bäumestreichler als verrückt galten, wird es jetzt normal, die Natur um uns herum wahrzunehmen und zu schätzen.

Wahre Schätze finden

Wir haben gemerkt, wie unnötig es ist, eine neue Hose zu kaufen, wenn die alten noch passen und leidlich gut aussehen. Wir haben etwas weggelassen und sind paradoxerweise reicher geworden. Und an dieser Stelle möchte ich die liebe Ute Schulze zitieren:

Solidarität üben

Wir sind reicher geworden, weil wir etwas verschenkt und bekommen haben, was wirklich zählt: Freundschaftsbeweise, Nachbarschaftshilfe, Familiengespräche, private Unterstützung durch Kolleg:innen.

Der Fokus auf das Gute darf bleiben. Und die Zuversicht.

Euch fällt bestimmt noch mehr ein. Macht bitte mit!

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es sehr viele Menschen gibt, die sehr viel zu leiden hatten und immer noch haben. Ich hoffe, ich bin ihnen nicht zu nahe gekommen. Sie möchten, dass von dieser schrecklichen Zeit nichts bleibt. Sie wollen nur eins: Nicht mehr leiden. Ich fühle mit ihnen.

Mitgefühl

Mitgefühl, das ist übrigens auch so etwas, das bleiben darf.

Titelfoto: Christian Zepke

Ein Kommentar zu „Was bleiben darf

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: